DM1229 - Halbfinale DM 2012/13 - beendet !

Partie beendet am 11ter April 2013, vorgesehenes Spielende erreicht
Spielleitung: Dominic Niederhoff
 

Zürcher Allgemeine Tageblatt
|| neutral | unabhängig | überparteilich ||
- NoPress -
[ << ] [ < ] - [ 41-37 ] [ 36-32 ] [ 31-27 ] [ 26-22 ] [ 21-17 ] [ 16-12 ] [ 11-7 ] [ 6-2 ] [ 1 ] - [ > ] [ >> ]

 

- Die aktuelle Lage in Europa im Herbst 1912 - (Klick für Spielzüge)
  
41 | EoG FrankreichDiese Partie wird mir noch lange in Erinnerung bleiben, da bin ich mir sicher.

Nachdem ich im letzten Halbfinale als Deutschland kläglich gescheitert war, habe ich mich ziemlich auf diese Partie und mein zweites Halbfinale gefreut. Dann auch noch mit Frankreich, das ich zwar noch nicht häufig gespielt habe, das aber eine gute Ausgangsvoraussetzung bietet.

Mit Frankreich im Halbfinale gab es für mich zu Beginn eine Hauptstrategie: Schnell PS auf die Straße bringen und mit einem Partner den Dritten im Westen vom Brett nehmen. Und das, bevor der Osten sich einigen kann.

Da ich ein Freund fester Bündnisse bin und auch nicht lange herrumreden mag, habe ich mich zuerst an Frank gewendet - mit der Absicht, konstruktiv und eng mit ihm zusammen zu spielen.

Leider waren wir zwei genau in dieser Konstellation F/E kurz zuvor in einer NP-Partie aneinander geraten. Das hat bei Frank evtl. ein negatives Gefühl hinterlassen, denn in unseren Verhandlungen hat er eigentlich ausschließlich darüber verhandelt, was wir tun können, um uns voreinander zu schützen. Um ein gemeinsames Vorgehen, gemeinsame Angriffe oder Strategien ging es da leider nicht.

Das war nicht das was ich wollte - und daher habe ich ernste Verhandlungen mit Deutschland aufgenommen, der zu Beginn (sorry) eigentlich meine zweite Wahl war.

Aber auch Peter war zum Start recht zögerlich. Ich schlug einen sea-lion vor - er hat sich nicht darauf eingelassen. 1902 dann war es für einen solch vernichtenden Schlag gegen England zu spät und wir mussten mühselig kämpfen.

Große Hoffnungen legte ich zu Beginn in eine spätere russisch / französische Zusammenarbeit. Udo hat hier absolut offen gewirkt. Später jedoch ist an der Stelle nichts mehr gekommen und er hat lieber den juggernaut durchgezogen.

Der Juggernaut war schnell klar erkennbar - und damit die Klemme, in der Peter und ich steckten.
England war schlicht nicht schnell genug nieder zu ringen, bevor Udo und Ferdinand anrollten.

Bei dieser Power aus dem Osten blieb mir nur die Möglichkeit, Deutschland und Italien so lange wie möglich zu halten und auf einen stab zu hoffen.

Womit wir im Mittelspiel bzw. im Endspiel sind:
Eigentlich habe ich Ferdinand in der Kommunikation sehr positiv und konstruktiv erlebt und stand gerne in Kontakt mit ihm. Seine Nachrichten waren ehrlich und gehaltvoll - anders als das, was ich zu dem Zeitpunkt aus Russland zu lesen bekommen habe.

Was mich aber an den Rand der Verzweiflung und der Weißglut gebracht hat, war die bereits 1905 erfolgte Aussage von Ferdinand, dass er nicht stabben würde, da Udo ihm eh den Sieg versprochen hätte!

Und das in einem Halbfinale! Sorry, wenn ein Spieler hier spielt, dann mit der Absicht, jede Chance zu nutzen, um ins Finale zu kommen. Und 1905 bereits den Sieg abzuschenken, wenn man ihn selber erreichen kann, ist mehr als unangebracht.

Daher richtete mein Unmut sich eigentlich gegen Udo. Jedoch bestand meine einzige Möglichkeit darin, Ferdinand zum stab zu zwingen - oder es zumindest zu versuchen - indem ich im Süden zu machte.

Ich konnte nur eine Front verteidigen und musste mich entscheiden.
Hätte ich Udo im Norden aufgehalten, wäre der Plan der beiden aufgegangen und Ferdinand hätte gewonnen.

Solch ein Verhalten durch Erfolg zu belohnen erschien mir schlicht falsch. Daher Aufbau der Verteidigung im Süden.

Das hatte ich Ferdinand angedroht, um ihn zum stab zu bewegen - also musste ich es auch halten.
Mit meiner pauschalen Ablehnung eines jeden Kap-Vertrages, der den Sultan auf Platz 1 setzt, habe ich dies zustätzlich unterstrichen.

Genützt hat es leider nichts. Ferdinand hat sich scheinbar sogar nach dem stab durch Udo in sein Schicksal ergeben.

Platz 1 oder Platz 2 waren dann für mich nicht mehr drin - also habe ich meine Energie darauf verwendet, den von mir gewollten Sieger auf das Podest zu heben und dabei mögl. wenige VZ abgeben zu müssen - in der Hoffnung, dass in ähnlichen Situationen künftig anders reagiert wird.

Danke an Peter für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit bis zum bitteren Ende.
Wie wäre die Partie gelaufen, wenn wir den sea-lion durchgezogen hätten...
Und wie wäre die Partie wohl gelaufen, wenn Frank zu Beginn visionärer verhandelt hätte statt nur auf Sicherheit bedacht zu sein?

Naja, Spaß hat es dennoch gemacht und gelernt habe ich auch mal wieder so einiges ;)

Glückwunsch an Udo und viel Erfolg im Finale!

Bis zum nächsten Mal in anderen Partien unter anderen Vorzeichen.

Danke auch an Dominic für die Spielleitung.

Bis bald,
Sven

17.04.2013, 17:58 Uhr, Verfasser: Frankreich



40 | EOGEnd of Game DM 1229

Russland zu vertreten, ist ja nicht die schlechteste Ausgangsposition. Einen Sieg habe ich dennoch nicht erwartet. Doch überraschend entwickelte sich das Ganze zu einem Juggernaut. Ich habe es dem Franzosen Sven v. Bargen zu verdanken, dass diese Partie so klar für mich entschieden wurde. Hätte ich beim Herbstzug 1912 nicht vorgesorgt, hätte er mich sogar zum Solosieg gezwungen.

Als Zar von Russland hast du zwei Fronten im Auge zu behalten. Wenn es gleich zu Beginn an beiden Fronten knallt, ist es meist absehbar, wann das letzte russ. VZ sich falsch färbt. Ich bin ein Realist und eher ein Highscorespieler. Das Erreichen des DM-Finale habe ich nicht erwartet. Ein zweiter Platz hätte mich natürlich riesig gefreut, aber auch mit dem Überleben bis zum Ende wäre ich zufrieden gewesen. Doch schon dafür sah es zu Beginn dieses Spiels gar nicht gut aus.

Nun zum Spielverlauf: Schon mit seiner ersten Mail setzte Kaiser Peter mir mit Swe als Druckmittel dreist Daumenschrauben an. Zudem erwies es sich als unmöglich, klare Hinweise aus dem Westen zu erhalten. Das ging so weit, dass ich mir eine Westallianz zusammen phantasierte, auch wenn das in einem Halbfinale keinen Sinn ergibt. Das wuchs sich zu einer regelrechten Paranoia bei mir aus. Recht spät merkte ich, dass der freundliche, kooperationsbereite Franzose gegen mich intrigierte und sowohl King Frank, wie auch Kaiser Peter gegen mich ausrichtete. König Walter von Italien war nicht für Absprachen zu gewinnen und der KuK Ulrich wollte sich so früh nicht festlegen - er sei zu oft getäuscht worden. Immerhin signalisierte Sultan Ferdiand Koop-Interesse.

Der Engländer eröffnete dann passend, entgegen seiner Zusagen, im Norden gegen mich. Im Herbst 1901 stand King Frank mit einer Armee in Nwy und einer Flotte in Den! Und der Franzose überließ dem Kaiser Hol und Bel. Ich sah mich in meinen schlimmen Befürchtungen bestätigt. Dann offenbarte sich 1902 die Allianz von Frankreich und dem Deutschen Reich. England war als erstes Opfer gewählt. Das wurde letzten Endes meine Rettung. Denn der überraschte King Frank musste sich dagegen absichern. So hatte ich plötzlich keinen Druck mehr im Norden, sondern einen potentiellen Partner. Mein Angriffsziel war nun Kaiser Peter und sein Deutsches Reich. Schon F1902 stand eine russ. Armee in Sil und mit der dann folgenden Einnahme von Ber war Kaiser Peter eigentlich geliefert. Ich unterstützte King Frank gegen Peter und es ergab sich zwingend ein Arrangement mit England, das bis zum Ende der Partie hielt. Ich dankte Frank für seine verlässliche Unterstützung, während des gesamten Spiels, später mit dem Verbleib in der Partie und dem Verzicht auf ein Solo.

In meiner Not hatte ich bereits 1901 dem Sultan volle Unterstützung und selbst den Sieg versprochen, wenn er ruhig hält und sich klar nach Westen orientiert. ( ... wenn wir jetzt weiterhin zuammen vorgehen, dass ich dir BLA lasse und wenn ich ohne Aussichten bin, dir nach vorne helfe, auch mit VZ.) Und Ferdinand setzte das Bündnis mit unglaublicher Entschiedenheit um. Es gab kaum Absicherungen entlang der gemeinsamen Grenze, jeder hätte mit VZ-Gewinn den anderen jederzeit stabben können. Insofern gebührt dem Türken für seine unerschütterliche Kooperation Dank. KuK Ulrich hatte gegen uns beide keine Chance und war bereits 1902 aus Europa vertrieben. König Walter von Italien konnte den Sultan auf dem Balkan nur mit Mühe aufhalten, verlor aber unter unserem gemeinsamen Angriff dort schon bald alle erkämpften VZ. Russland wuchs stetig, das Osmanische Reich stagnierte dann im Mittelspiel. Denn es gelang Sven - Hut ab - die franz. Flotten im Mittelmeer rechtzeitig bereit zu stellen und Italien auf dem Stiefel zu stützen. Alle nun folgendenen Finten des franz. Präsidenten und seine vielen Depeschen, mit dem Ziel die türk.-russ. Allianz aufzubrechen, brachten kein Ergebnis. Das Deutsche Reich unter Führung von Kaiser Peter zerfiel dann trotz der entschiedenen Unterstützung durch Frankreich unter dem britisch/russischen Ansturm. Walter ging 1907, Peter 1908 ins Exil, beide leisteten bis dahin erbitterten Widerstand.

Ab 1908 gab es verabredungsgemäß einen ersten Versuch, dass Spiel zugunsten von Ferdinand mit einem Kapitulationsvertrag zu beenden. Zu diesem Zeitpunkt stellte ich das nicht in Frage und votierte für den Antrag zugunsten von Ferdinand. Sven oponierte entschieden dagegen und erklärte, zu einer Kapitulation nur bereit zu sein, wenn ich dabei als Sieger hervorgehe. Um meinem Bündnispartner Ferdinand zum Stab zu drängen, hielt Präsident Sven die Blockade im Mittelmeer aufrecht und machte es mir im Norden leicht, weitere franz. VZ zu besetzen. Aber Sven gab damit nicht auf. Nun machte er mir auch mächtig moralischen Druck. Er beschwor den heiligen Sinn des Hobbys. Im Herbst1910 ergab ich mich diesem wortreichen Ansturm und entschied mich für eine Teilnahme am Finale und stabbte Ferdinand. Das Ergebnis ist bekannt. Es war dann noch ein Eiertanz für mich, nicht bei 22 oder mehr VZ zu landen, sondern wie ich meinem engl.Verbündeten Frank zugesichert habe, bei 17 VZ. So wuchs in Skandinavien ein britisches Königsreich heran. Selbst im letzten Herbstzug versuchte der fintenreiche Franzose mir noch VZ zuzuschanzen, denn er fürchtete bis zur letzten Auswertung, dass der Sultan von mir noch VZ abgeschenkt bekommt und doch noch ins Finale gehieft wird.

So gibt es in dieser Partie drei Gewinner. England, das noch eine Blütezeit in Skandinavien erleben konnte und zu drei VZ anwuchs; Frankreich, das das ganze Spiel als graue Eminenz die Fäden zog und den Sieger bestimmte; naja und ich dann. Ursprünglich war mein Sieg nicht beabsichtigt, aber dann mit Heimtücke und in vollem Bewustsein durchgesetzt. Sorry Ferdinand, letzten Endes habe ich mich dem Spielprinzip unterworfen, fühle mich aber mal wieder als gemeiner Verräter, als rechter Lump. So ist Ferdinand, Zweiter nach VZ-Zahl, der große Verlierer der Partie.

Die Korrespondenz mit Frank und Ferdinand war stetig und immer sehr effektiv. Frank fand wirklich alle meine Fehler in der Planung und in den Zugabgaben, Ferdinand hatte immer fix die nächste Planung entworfen. Es war eine gute Kooperation, ein förderlicher Dialog mit euch. Im Finale werde ich eueren Rat vermissen. Naja, ich bin sicher schon markiert und komme sowieso nicht weit. Egal, ein zweiter Platz würde mir reichen. ;o)))

Bevor ich es vergesse: Nochmals Dank an Dominic, der fix auswertete und die vielen Kapitulationsanträge stoisch aushing. Dank auch an Christian, dessen Auswertungssoftware mich nun ermutigt hat, selbst als SL meinen ersten Einsatz anzubieten.

Servus, Udo

17.04.2013, 15:42 Uhr, Verfasser: Russisches Reich



39 | H1912Dies ist so korrekt - ich entschuldige mich dafür, sollte der Eindruck entstanden sein, daß Sven eine solche Behauptung aufgestellt hätte.

12.04.2013, 20:19 Uhr, Verfasser: Schweiz



38 | H12Moin zusammen,

kleine Klarstellung:

Ich habe nicht versucht, dem Bündnis einen Solo-Sieger reinzuwürgen.
Ich habe versucht im letzten Zug einen evtl. doch noch abgesprochenen Abschenk-Sieg des Sultans zu verhindern, der rechnerisch möglich gewesen wäre.

Das hatte ich dem SL im meiner Zugabgabe eigentlich auch so dargestellt...

Mehr im EoG später.

Sven

11.04.2013, 23:59 Uhr, Verfasser: Frankreich



37 | H1912Sven hat es trotz aller Bemühungen nicht geschafft, dem gegnerischen Bündnis noch einen Solo-Sieger reinzudrücken, seine Versuchen konnte Udo erfolgreich widerstehen, ebenso der Versuchung.

Übrigens, von der VZ-Anzahl abgesehen hätte man das Ergebnis in den letzten fünf oder sechs Kapitulationsverträgen abgebildet gesehen... ;-)

Glückwunsch an Udo zum ersten Platz!

Der Eintrag des Endergebnisses in die Rangliste findet nach Wunsch der DM-Leitung am 20ten April statt.

11.04.2013, 23:25 Uhr

Suche nach Stichworten in allen Artikeln der Partie DM1229:    

[ << ] [ < ] - [ 41-37 ] [ 36-32 ] [ 31-27 ] [ 26-22 ] [ 21-17 ] [ 16-12 ] [ 11-7 ] [ 6-2 ] [ 1 ] - [ > ] [ >> ]

Für neue Kommentare bitte einloggen (links unten im Menü) und dort unter 'Artikel schreiben' !

Diplomacy by Chr. Lankenau 01/2008-05/2018 | Datenschutzerklaerung - Impressum