ST1183 - Standard - beendet !

Partie beendet am 13.09.2010, 2er-Draw D und R
Spielleitung: Rene Schweiger
 

Zürcher Allgemeine Tageblatt
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- Die aktuelle Lage in Europa im Frühjahr 1918 - (Klick für Spielzüge)
  
35 | EOGEOG-Kommentar aus Deutschland:

Nun ist sie also vorbei, die Partie 1183. Lange ging sie, wahrlich lange - und ich ging eigentlich davon aus, dass hier noch etwas länger gespielt werden musste, da nach meinen Prognosen Österreich-Ungarn erst im Herbst 1920 sein letztes VZ verloren hätte. Fast schon ein wenig schade, dass diese Partie nicht in Gänze ausgespielt wurde, denn das hätte die Partie wohl noch ein Ticken denkwürdiger gemacht. Aber auch so war sie in meinen Augen denkwürdig.

Sie startete für mich eher schlecht als recht. Leider wollte Frankreich nicht den Sealion spielen, wobei die Konstellation ideal dafür gewesen wäre. Russland erhob nicht so hohe Ansprüche im Norden und Italien wollte gegen Österreich ziehen. Leider hat sich Andreas kurz vor ZAT nicht getraut, so dass ich kurzerhand umdisponiert habe. Mein einzig festes Bündnis war zu Anfang ein Bündnis mit Österreich-Ungarn - für Deutschland nicht ungewöhnlich. Im Herbst 01 habe ich mich dann zu einem zu offensiven Zug gegen Russland hinreißen lassen, der mich fast schon die Partie gekostet hätte. Ich bouncte Schweden und zog aus MUN nach SIL. Wäre an sch gut gewesen, hätte der Brite sein Wort gehalten und wäre er ebenfalls gegen Russland gezogen. Stattdessen bouncte er mich in HOL und ich stand mit nur einem Aufbau für DEN da. Die Situation war eher unbefriedigend. Frankreich hatte 3 zusätzliche Aufbauten bekommen und war scheinbar Englands bester Freund - und meinen einzigen potentiellen Partner im Norden habe ich nicht gerade freundlich behandelt. Hier stellte sich Österreich-Ungarn als wahrer Bündnispartner heraus, der viel zwischen mir und Russland vermittelt hat. Zusätzlich hatte ich das Glück, dass Italien (mit Marco als Ersatz) gegen Frankreich zog. In den folgenden Zügen eroberte ich mit Russlands Hilfe Skandinavien zurück und fing langsam an, mich auf niedrigem Niveau zu stabilisieren. Zeitgleich eroberten Österreich-Ungarn und Russland das Osmanische Reich. Zu diesem Zeitpunkt wurde mir klar, dass bald einer von den beiden vom anderen gestabbt werden würde. Da Russland dann einen Fehler bei einem Abbau machte, war der Weg frei für Österreich-Ungarn. Schon in dieser frühen Phase des Spiels kam es zu ersten Spannungen mit Österreich-Ungarn, da Jan etwas freizügig mit eigentlich vertraulichen Informationen umging. Aufgrund meiner an der Westfront gebundenen Armeen, musste ich jedoch diese Kröte schlucken und buckeln.

Im Herbst 1904 kam dann das große böse Erwachen. Russland stabbte mich und ich sah mich einem F+E+R-Bündnis ausgesetzt. Dank italienischer Hilfe und einem fehlendem Rückzug von Frankreich konnte ich aber ein wenig Zeit retten und mich vor einem all zu schnellen Untergang wehren. Zeitgleich kam bei mir das Gefühl auf, dass ich für Österreich-Ungarn nur noch Kanonenfutter bin. Ich sollte die Jungs im Westen lange genug aufhalte, während er in aller Ruhe einen Stab an mich vorbereiten kann. Ob dem wirklich so war, kann ich nicht beurteilen. Zumindest wurden Italien VZ geschenkt und ich sollte alleine irgendwie klar kommen und drei Gegner auf einmal aufhalten (mit einer englischen Flotte in HEL, einer russischen Armee in DEN und einer französischen Armee in BEL). In dieser Phase glühte die Tastatur. Russland hatte ich schon im Herbst 1905 für etwas deutschfreundlichere Züge gewinnen können und ihm dafür einen Armee-Aufbau in MUN statt einer Flotte in BER versprochen (für seinen extra verunglückten Zug nach BAL musste Johannes dann auch noch Spott vom nicht gerade souveränen ersten Spielleiter entgegen nehmen). Damit war der Anfang gemacht. In nervenaufreibenden folgenden Tagen haben wir dann kurz vor ZAT das eigentlich unmögliche wahr gemacht: ein 4er-Bündnis zwischen England, Frankreich, Russland und Deutschland.

Hier habe ich volles Risiko gespielt, da ich nun meine gesamten Einheiten nach Osten geworfen habe. Für die anderen wäre es nun ein leichtes gewesen, meine letzten VZ einzusammeln. Aber es fehlte ihnen an den notwendigen Armeen, um Österreich-Ungarn dauerhaft wirkungsvoll in die Schranken zu weisen. Diese Tatsache konnte ich nutzen und mich als überlebenswichtigen Partner dieses 4er-Bündnis erweisen. Im Folgenden haben wir Erfolge errungen, die jedoch auf sehr wackligen Boden standen, da England sich nicht ruhig verhalten konnte. Es war eigentlich jedem klar, dass hier irgendwann ein Stab aus England erfolgen musste. Doch warum auf einen Stab warten, wenn man ihn nicht selbst ausführen kann? Angriffspläne gegen Aron waren schon geschmiedet, als er plötzlich aus der Partie ausstieg. Sein Nachfolger Martin hatte demnach keine echte Chance gehabt.

Ab da lässt sich die Partie leicht erzählen. Es kämpften Russland, Frankreich und Deutschland auf der einen Seite und Österreich-Ungarn und Italien auf der anderen Seite. Richtig vorwärts kam keine Allianz, was auch an handwerklichen Fehlern von Frankreich lag (es wurde wieder kein Rückzug definiert). Da die taktische Arbeit in unserem Bündnis sowieso vornehmlich von Johannes uns mir bewältigt wurde, war recht schnell klar, dass man Frankreich als Bauernopfer benutzen kann, um irgendwie wieder Bewegung in die starren Fronten zu bekommen. Wir boten Österreich-Ungarn ein 3er-Draw an. Die Antwort war, dass wir in Vorleistung treten müssten und Jan es sich dann überlegen würde, was er macht. Also stabbten wir Frankreich - was fehlte war eine Drawzusage von Jan. Zu diesem Zeitpunkt ging in von einem 4er-Draw aus, was auch durchaus ein gerechtes Ergebnis gewesen wäre.

Dann die Überraschung im Herbst 1913. Jan stabbte Italien, ohne uns vorher ein Zeichen zu geben. Er ließ dabei aber BUD offen, da wir an dieser Front schon lange Stillstand hatten und selten noch Bewegungsbefehle abgaben. Johannes und ich wollten nun eigentlich nur meine Armee in GAL auflösen und auf einmal zog diese durch einen standardisierten Rückzugsbefehl nach BUD ein. Die Mauer hatte einen Riss erhalten - und einen empfindlichen dazu. Im Folgenden konnten wir an dieser Front Erfolge erzielen und damit auch an den anderen Frontverläufen. Jan bot natürlich umgehend den 3er-Draw an, doch warum hätten wir darauf eingehen sollen? Der 3er-Draw war doch sowieso sicher - und nun hatten wir die Chance auf ein 2er-Draw. Hätte Jan unser damaliges Angebot angenommen, so hätte ich mich zu diesem Zeitpunkt auch mit dem 3er-Draw zufrieden gegeben. Aber nichts zu dem Angebot zu sagen und dann bei eigenem "Versagen" sich rückwirkend wieder darauf berufen, dass geht so in meinen Augen nicht, das wäre zu einfach. Die Frage war nur, kann ich Johannes wegen des 2er-Draw trauen? Und traut er mir? Die erste Frage konnte ich klar mit "ja" beantworten und ich hatte das Gefühl, anders herum war dieses Vertrauen auch da. Letztendlich mussten wir die Partie nicht bis zum bitteren Ende durchspielen, da Jan seine Niederlage frühzeitig anerkannt hat. Hätte er den erneuten russischen Flottenaufbau in SEV verhindert, seine Niederlage zum Herbst 1920 wäre nicht mehr machbar gewesen. Nachdem aber diese Hürde genommen war (wie habe ich vor dieser Auswertung gezittert), war Jans Kapitulation folgerichtig.

Rückblickend war das in meinen Augen eine Partie, die so ziemlich alles hatte, was Diplomacy ausmacht. Es wurde zu den richtigen Zeitpunkten gestabbt und das Niveau der Verhandlungen war erfreulich hoch. Das am Ende auch das Glück über eine Drawbeteiligung entschied, ist auch nicht ungewöhnlich und sicherlich ärgerlich für Jan, der aufgrund seiner Leistungen sicherlich auch eine Drawbeteiligung verdient hätte - allerdings eben nicht als Geschenk. Ich denke mal, dass Jan das sportlich sieht.

So danke ich René für seine souveräne Spielleitung trotz der allwöchentlichen Drawanträge. Auch danke dafür, dass du für Jörg eingesprungen bist. Mit Jörg hatten wir alle ein paar Problemchen, die aber vielleicht auch daher kamen, dass sich am Ende die Emotionen ein wenig aufgebauscht hatten.

Danke natürlich auch an die Mitspieler. Sorry, dass ich den Großteil am Ende stabben musste, aber ich denke, ich habe dabei keine verbrannte Erde hinterlassen - und es zeigte sich, dass es im Nachhinein immer die richtigen Entscheidungen waren. Danke an Jan für seine hartnäckigen taktischen Kniffe. Es hat nicht viel gefehlt und du wärst belohnt worden. Der größte Dank geht naturgemäß aber an Johannes. Ich denke, wir haben uns recht gut ergänzt. Die taktische Abstimmung unserer Züge hat mir immer sehr viel Spaß gemacht (inklusive der privaten Abschweifungen). Danke, dass du mir nach dem schwierigen Start noch vertraut hast - ich denke, das Vertrauen wurde zurückgezahlt.

30.09.2010, 14:50 Uhr, Verfasser: Deutsches Reich



34 | EOGEOG-Kommentar von Russland


Die Partie begann - wie sollte es sein: Stürmisch! Im Norden das Konfliktpotenzial Skandinavien, im Süden das Schwarze Meer und im Westen zwei starke Nationen. Bemerkenswert: Italien fordert mich in der ersten Runde zur Besetzung Galiziens auf! Interessant deshalb, weil Italien zum treuen Vasall Österreich werden wird.
Für Russland begann es tragisch. Im Norden war mit England keine Einigung zu finden wegen der norwegischen Bedrohung und Deutschland entpuppte sich schon im Herbst 1901 als mieser Falschspieler. Nicht nur, dass Tobias der Deutsche mich in Schweden blockte, er rückte auch in die angekündigte demilitarisierte Zone nach Schlesien vor. Ein solcher Verrat so früh war mir auch noch nicht unter gekommen. Zudem war der Türke von Anfang an in seinem Mistrauen so verbaut, dass ihm gar kein diplomatischer Erfolg gelingen sollte.
Russland nach den ersten beiden Runden schon vor der Aus?
Die Einfahrt des Türkens ins Schwarze Meer trieb mich gerade zu in ein Bündnis mit Österreich. Dies sollte auch die ersten Erfolgserlebisse bringen, ein isolierter Türke wird keine Chance haben.
Deutschland jedenfalls hat seinen schweren Fehler direkt erkannt, er hatte aufs falsche Pferd gesetzt, denn auch der Engländer hat falsch gespielt und ein deutsches Holland geblockt. Mein Glück! Tobias´ Canossagang nach Petersburg konnte seinen Fehler gutmachen und öffnete Russlands Chancen auf das Abwenden des schnellen Ausscheidens. Plötzlich waren die Aussichten bestens. Im Norden stieg zwar der Druck aus England, aber zusammen mit Deutschland sollte das zu Beheben sein (wenn dem Deutschen denn zu trauen ist?).
Türkei erlag schnell dem Druck aus dem russisch-österreichischem Bündnis, nur Jan der „Ösi“ sah ein Bündnis zunehmend als Koch-Kellner-Verhältnis und der Russe hatte nicht zu kochen. Und so wurde der Frühling 1904 zum Schicksalsjahr Russland. Im Norden gelang mit deutscher Hilfe die Vertreibung Englands aus Skandinavien und im Süden DER Stab. Österreich hatte sein Meisterstück abgelegt: Türkei im Grunde chancenlos, nun wurde die russische Schwarzmeerflotte versenkt – ein grandioser Zug, nur bitter für Russland. Dass dem Verrat eine an Anmaßung und Lächerlichkeit nur noch durch Unsachlichkeit überbotene Erklärung folgte, reißt die Maske des österreichischen Despots herunter und es erscheint eine Fratze, die Europa später in eine Schicksalsgemeinschaft pressen wird. Es war ein Stab, ein Verrat, ein sau guter Zug. Ich will nicht verstehen, wieso man so etwas nicht so nennen kann und stattdessen versucht, das auch noch mit albernen Pseudoerklärungen zu begründen. Liebe Freunde der Diplomatie: Versteht mich nicht falsch. Jeder Diplomat hat das Recht auf einseitige Propaganda! Österreich hat diesen Weg gewählt. Ich bin leidenschaftlicher Diplomat und ich leide unter dem bevorstehenden Untergang Russlands und nun stehen Österreich die Tore nach Norden weit offen. Russlands Lage hatte sich komplett gedreht! Hopp oder top. Deutschland konnte und wollte nicht mobil machen gegen Österreich! Dabei war es so einleuchtend: Europa verzettelt sich in Kleinkriegen, Österreich schlägt erst Türkei, dann Russland, dann der Rest der Welt. Ist das noch abzuwenden? Die Chancen standen schlecht. Aron, dem Engländer, leuchtete das ein, oder brauchte er einfach nur einen Verbündeten? Egal: Wenn Deutschland nicht mit gegen den Österreicher kämpft, kann er nicht mehr Russlands Verbündeter sein. Russland braucht VZen gegen Österreich. Dass Aron nach der Niederlage in Skandinavien bereit war, mit Russland zu gehen: Hut ab Aron!
1905 bricht Deutschland die französische Front. Frankreich hat keinen Rückzug befohlen! Paris fällt. Russland überfällt mit freundlicher englischer Hilfe das deutsche Dänemark (Verrat: Russland – Deutschland 1:1)
Doch alles erblasst: In der Heimat stehen drei russische Einheiten gegen 5 österreichische. Jan hat schon Warschau und Sevastopol wird nicht zu halten sein.
Und nun wird das Jahr 1906 zum zweiten Schicksalsjahr. Denn nun gilt es, ein Bündnis zu schmieden, das eigentlich unmöglich ist. Die verfeindeten und sich bekämpfenden Nationen Deutschland, England, Russland und Frankreich müssen an einen Tisch. Nur so ist das italo-österreichische Bündnis zu stoppen. Ein unmögliches Unterfangen, immerhin war D-R-E bisher ein Dreieck des Krieges, deutsche Truppen stehen in Paris usw. Doch die Gefahr, die aus Österreich kommt, wiegt schwerer. Offensichtlich hat auch das despotische Auftreten des dortigen Machthabers kein Vertrauen aufgebaut. Diese Allianz ist trotz allem möglich, der helle Wahnsinn. Dass dies gelingt, ist ein echter Höhepunkt – da spreche ich sicher für jeden Beteiligten. Dass es dem Österreicher nicht gelang, Deutschland in sein Bündnis einzubinden – unfassbar! Der nächste Zug beweist nun die neue Stärke des Anti-Österreich-Paktes. Paris geht zurück an den rechtmäßigen Besitzer und zwei kühne Konvoys: Russland erhält Belgien (!!!) als VZ-Erhaltungsleihgabe und der Engländer unterstützt die französische Mittelmeerfront gegen Italien mit einer Nordafrikaarmee.
Entscheidend ist jedoch Deutschland. Jan hat Deutschland nicht einbinden können, seine Front war überdehnt und sein Hinterland offen, Wien spricht eh schon deutsch, Tobias Truppen fühlen sich wohl in Jans Hauptstadt, wenn auch nicht lange. Die Allianz macht sich an die Arbeit. Deutschland und Russland bauen eine Nordfront auf, der Vormarsch Österreichs an die Ostsee kann gestoppt und zurück geschlagen werden. Spätestens ab diesem Zeitpunkt ist Russland und Deutschland eine homogene Einheit. Man vertraut sich und genau so werden Kriege gewonnen.
Österreich schafft es allerdings durch geschicktes VZ-Verschieben mit seinem treuen Vasallen, Italien, einen nachhaltigen Gegenstoß zu verhindern, es läuft auf einen mühsamen Stellungskrieg in den nächsten Jahren hinaus.
Kann die neue Allianz der Freiheit halten? Mit dabei ist ein ehrgeiziger Engländer, der keine Berührungspunkte mit dem Feind hat. Wird das gut gehen? Aron hat Frankreich in einer gefährlichen Zange, die österreichische Propaganda-Maschine lässt die Drähte nach London sicher glühen. Doch dann steigt Aron aus der Partie aus. Wieso weiß keiner, aber nun kommt Ersatz. Da kann es eigentlich nur eines geben: Diese Chance ausnutzen und England schnell schlagen. Frankreich ist einverstanden, Deutschland und Russland schlagen schnell zu. Ein kleiner schmutziger, aber notwendiger Krieg erledigt den ausgetricksten Martin. Danke für deine Hilfe als Ersatz und sorry. Manchmal ist Diplomacy nicht schön.
Nun also 3 gegen 2. Deutschland, Frankreich und Russland gegen Österreich (und Italien).
Im Mittelmeer geht nix, im Osten auch nicht wirklich. Mühsame Jahre des Stellungskrieges gehen ins Land. Keines der Bündnisse erzwingt eine Entscheidung. Leider ist mit dem trägen Franzosen Andreas auch kein Krieg zu gewinnen. Kühne Züge sind nicht drin. Wenn er überhaupt Depeschen beantwortet, dann nur so knapp wie es geht und ohne Eigeninitiative. Endet die Partie in einem 5er-DRAW? Deutschland und Russland sind sich einig, dass man Frankreich opfern kann. Aus zwei Gründen: Erstens hat sich Andreas durch seine träge, mutlose Diplomatie keinen Platz am Siegertisch verdient und zweitens: Ein Opfern eines Verbündeten bietet Verhandlungsspielraum mit dem Feind, auch Österreich kann sein Anhängsel opfern. Der k.u.k. Jan verlangt natürlich unsere Vorleistung, erst müssen wir Frankreich überfallen, und dann kann er Italien opfern. Eigentlich glaube ich nicht dran, dass Jan das tut, aber ein Sieg über Frankreich ist greifbar und das Risiko eines Vorrückens Italiens in den Atlantik überschaubar und nur so hätte die italo-österreichische Allianz tatsächlich Gewinn aus dem Opfern Frankreichs schlagen können.
Frankreich wird schnell besiegt, wir kommen zügig ins Mittelmeer, und siehe da: Schicksalsjahr Nummer drei 1913: Jan stabbt seinen jahrelangen treuen Freund und Vetrauten Italien. Jan hat Wort gehalten (gegenüber dem Feinde, nicht gegenüber dem Freund) Eigentlich hat er so den Weg zum 3er-DRAW geöffnet, wäre ihm da nicht ein kleines Missgeschick passiert. Durch einen Zufall an der jahrelang festgefahrenen Ostfront schafft Deutschland es mit einem Rückzug (welch Ironie), die Front zu durchbrechen. Deutsche Truppen stehen in Budapest. Der völlig verdutzte Italiener schwört in seinen letzten Jahren natürlich Rache und nun ist etwas greifbar, was ich nicht mehr für möglich gehalten habe. Ein Sieg über Österreich. Eigentlich hatte ich mich abgefunden, dass der Feind sich auch ein Gedeck am Siegertisch verdient hat .Aber: Rache für die Schwarzmeerflotte. Rache für die Schmähungen aus dem Jahr 1904, Rache für den Erzfeind. Soll man das machen? Es kann nur klappen, wenn man einen 2er DRAW anstrebt, Deutschland und Russland Seit an Seit ins Ziel einlaufen. Ein Spiel mit dem Feuer, denn aus 17 VZen können schnell 18 werden und das ist bekanntlich ein Solosieg. Ist das Vertrauen so groß zwischen mir und Tobias Franke? Österreich wird sicher alles versuchen, durch gewiefte Züge, eventuell geschickte unerwartete Unterstützungsbefehle ein Solo zu erzwingen, das wäre ein letzter moralischer Sieg einer untergegangen Großmacht.
Deutschland und Russland entschließen sich zum 2er DRAW! Aber es bleibt die Zeit:
Bis zum Herbst 1920 muss Österreich besiegt sein! Mit dem Aufbau einer neuen Schwarzmeerflotte im Winter 1917 war klar, dass sich Österreich nicht ins Jahr 1921 retten kann.
Und siehe da: Kurz vor dem Untergang Österreichs (der gerade mal noch die Türkei und Griechenland beherrschen darf) ein Soloangebot vom sterbenden Jan. Doch wieso? Jan hat keinen Einfluss mehr auf das Spiel, Russland könnte ein Solo alleine erzwingen, genauso wie übrigens Deutschland. Russland aber wird niemals der Versuchung erliegen, das Solo zu spielen. Diese Genugtuung wird Russland Österreich nicht zugestehen. Als Jan das klar wird, kapituliert er. Am Ende eigentlich schade. Ich hätte gerne den Beweis angetreten, dass ein 2er DRAW möglich ist mit einem Partner, dem man traut, auch gegen einen bis zum Schluss intrigierenden Feind.
Die Partie ist aus. Deutschland und Russland einigen sich auf ein Unentschieden. Österreich hat kapituliert.
Eine denkwürdige Partie, geprägt von einem gewieften Taktiker und Propagandisten Jan Steyr auf der einen Seite und auf der anderen Seite von dem Vertrauen zweier Herrscher, die im Krieg zueinander fanden und einig den Feind bekämpften und besiegten.
Mein erster Dank gilt René Schweiger, der als Spielleiter eingestiegen ist für einen anderen Spielleiter.
Und dann bedanke ich mich bei allen Mitspielern für die Partie. Speziell danke ich Tobias Franke für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, so hat das echt Spaß gemacht. Und ich danke Jan Steyr. Du warst der beste Feind, den man sich vorstellen kann. Man konnte dich „hassen“, du hast keine handwerklichen Fehler gemacht, man hat deinen Sieg gefürchtet und du hast verloren. Was will man mehr? Und nein, ich habe nichts gegen dich persönlich.
Ich habe von euch beiden viel gelernt!
Johannes Meyer

20.09.2010, 21:56 Uhr



33 | EOGHallo Diplomaten,

der Kapitulationsvertrag wurde von allen Mächten unterschrieben und ratifiziert.

Damit haben wir den Stand
Deutschland: 17VZ
Russland: 17VZ
Österreich: 0VZ
Dies ergibt einen 2er-Draw zwischen Deutschland und Russland.

Die Partie ist hiermit beendet.
Ich hätte gerne von möglichst vielen Spielern einen EOG-Kommentar. Entweder direkt hier in die Z.A.T. oder per E-Mail an mich, die ich dann hier veröffentliche.

Vielleicht sehen wir uns als Spieler oder Spielleiter bei Ludomaniac wieder.

René

13.09.2010, 11:30 Uhr, Verfasser: Schweiz



32 | F1918Hallo Diplomaten,

ich habe noch nicht von allen eine Rückmeldung auf den Kapitulationsvertrag bekommen.
Ich schreibe diese Erinnerung nicht ohne Grund...

René

12.09.2010, 11:18 Uhr, Verfasser: Schweiz



31 | F1918Hallo Diplomaten,

ich habe einen Kapitulationsantrag vorliegen.

D 17 VZ
R 17 VZ
A 0 VZ

Dies würde einen 2er-Draw zwischen D und R ergeben.
Gilt, wenn ich bis zum ZAT drei Zustimmungen habe.

René

09.09.2010, 16:58 Uhr, Verfasser: Schweiz

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